Aufmaß und Abrechnung nach VOB/C DIN 18363

Bei Abgabe des Angebotes muss festgelegt werden, ob die Abrechnung der Malerarbeiten nach VOB oder nach Stunden erfolgt. Wird die VOB nicht schriftlich vereinbart, gilt das BGB Werksvertragsrecht. Dies kann für Auftraggeber und Auftragnehmer nachteilig sein.

Wird nach der Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB) abgerechnet, werden die Leistungen des Malers aufgemessen und mit Einheitspreisen multipliziert. Das Aufmaß ist möglichst mit dem Auftraggeber gemeinsam durchzuführen, vor allem bei Leistungen, die später nur noch schwer nachzuvollziehen sind. Außerdem ist es auch möglich, nach einer Zeichnung abzurechnen, falls die erbrachte Leistung dieser entspricht. Die Zeichnungen sollten im Maßstab 1:50 vorliegen. Achtung: Maße in der Zeichnung können vom beschichteten Objekt abweichen. Werden bspw. Rohbaumaße angegeben, ergeben sich Differenzen zum fertig verputzten Bauteil.

Aufmaße müssen eindeutig und nachvollziehbar sein. Es sind Längenmaße zu verwenden, die mit 2 Dezimalstellen in m im Aufmaß einzutragen sind. Um Flächen und Umfänge auszurechnen, sind übliche Formeln zu verwenden. Wird nach einem Leistungsverzeichnis in Positionen abgerechnet, sind die gleichen Ordnungszahlen wie im Angebot zu verwenden. Es ist aber auch möglich, einzelne Räume abzurechnen bzw. die Leistungen einzelner Räume zusammenzufassen. Werden mehrere Räume abgerechnet, beginnt man mit dem Aufmaß links neben dem Eingang, setzt im Uhrzeigersinn fort und schließt mit dem Flur.

Flächenmaße von Bauteilen werden in m² (Quadratmeter) abgerechnet. Dazu gehören Decken, Böden, Bekleidungen und Wände, die über 2,5 m² messen und Stützen, Pfeiler, Vorlagen, Unterzüge, etc. mit einer Breite über einem 1 m pro Beschichtungsfläche.

Längenmaße hingegen werden in m (Meter) abgerechnet: Stützen, Pfeiler, Vorlagen, Unterzüge, etc. mit einer Breite bis maximal 1 m je Beschichtungsfläche. Außerdem in Meter abzurechnen sind: Leisten, Leibungen, Stahlprofile bis 90 cm Abwicklung, Eckschutzschienen, Dachrinnen, u.v.m. In Stück, also nach Anzahl nach Bauart und Maßen, werden Türen, Tore, Stahltürzargen, Gitter, Roste, Spülkästen, Ventile, Pumpen, u.v.m. berechnet.

Seit der VOB/C 2006 können Silicon und/oder Kieselsäureester-Imprägniermittel nach verbrauchter Menge in kg (Kilogramm) abgerechnet werden.

Ermittlung der zu berechnenden Flächen

  • Fuß- und Sockelleisten oder Sockelfliesen und ähnliches werden übermessen, wenn sie unter 10 cm hoch sind.
  • Bei Nischen werden die Rückflächen und Laibungen unabhängig von ihrer Größe gesondert berechnet. Die Aussparung der Nische in der Wandfläche wird, wenn sie kleiner als 2,5 m² ist, übermessen.
  • Beieinander liegende Nischen, Aussparungen und Öffnungen werden getrennt nach ihrer Einzelgröße berechnet. Beispielsweise bei einem Rolladenkasten über einem Fenster und einer Heizkörpernische.
  • Gesimse, Faschen, oder Umrahmungen bspw. an Fenstern werden übermessen.
  • Fenster, Türen, Bekleidungen oder Trennwände werden nach der behandelten Fläche innen und außen getrennt berechnet. Glasfüllungen wie bei Hauseingangstüren werden dabei übermessen.
  • Treppenwangen werden mit ihrer Länge und der größten Breite berechnet.
  • Wird eine Wand an einer Treppe behandelt, ist die Fläche mit den größten Maßen zu berechnen. Die Stufen der Treppe werden sozusagen übermessen. Sind Sockelfliesen vorhanden, werden diese ebenfalls übermessen, wenn sie kleiner als 10 cm sind.
  • Betonstufen bei einer Treppe, die verschiedene Formate haben, gelten als Vielecke. Auch hier wird die größte Fläche angenommen, die die gesamte Stufe umschreibt.
  • Fenstergitter, Rollgitter, etc. werden nur einseitig als Fläche berechnet. Wird ein Gartenzaun durch Mauerwerkspfeiler unterbrochen, sind diese abzuziehen.
  • Geländer, die aus Rohren gefertigt werden, sind mit der Angabe des laufenden Durchmessers nach Metern zu berechnen.
  • Unter Angabe des Querschnittes sind Rohrleitungen aufzumessen. Schieber, Ventile, etc. sind zu übermessen.
  • Gesimse werden mit der größten Länge und Abwicklung berechnet.
  • Dachrinnen sind am vorderen Wulst nach Metern abzurechnen. Fallrohre werden ebenfalls am vorderen Wulst gemessen. Der Querschnitt muss angegeben werden.
  • Aussparungen und Öffnungen werden im Allgemeinen übermessen, wenn sie kleiner als 2,5 m² sind. Dazu gehören auch raumhohe Aussparungen.
  • Sind bspw. Mauervorlagen oder Aussparungen für Fußmatten größer als 0,5 m², werden sie von der Bodenfläche abgezogen - also unter 0,5 m² übermessen.
  • Nischen und Türöffnungen sind keine Aussparungen und werden berechnet.
  • Wird eine Fläche von Fachwerkbauteilen wie bspw. Rahmen oder Pfosten unterbrochen, werden diese übermessen, wenn sie kleiner als 30 cm sind. Dies gilt auch bei herausstehenden Vorlagen aus Holz oder Stahlbeton.
  • Unterzüge mit mehr als 30 cm Einzelbreite sind von der behandelten Fläche abzuziehen und gesondert zu berechnen.
  • Wird bei einer Treppe die Trittstufe behandelt und durch Setzstufen kleiner 30 cm unterbrochen, ist die gesamte Treppe (in der Abwicklung gezeichnet) zu berechnen und die Unterbrechungen sind zu übermessen.
  • Wird nach Längenmaß abgerechnet, werden Unterbrechungen bis 1,0 m übermessen.




(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2008, www.lackierer.de

Gewerbliche und private Verwendung dieses Artikels ist ausdrücklich, aber nur dann gestattet, wenn dem Artikel gut sichtbar der vorstehende Copyright-Hinweis mit verfolgbarem Link hinzugefügt wird und wir per Mail an copy@fachportale.de über die Verwendung informiert werden!